Gemeinnützige GmbH des Projektevereins
Inklusionsprojekt "SOUL LALA"

Sie befinden sich hier:   » Aktuell Inklusionsprojekt "SOUL LALA"

 
 
Inklusionsprojekt "SOUL LALA"

Das Inklusionsprojekt "SOUL LALA" wurde im August 2017 vom Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. ausgeschrieben und ins Leben gerufen, um die Teilhabe an der Gesellschaft von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit und ohne seelische Behinderung im Alter von 16 bis 27 Jahren zu fördern. Es soll ein Sprachrohr und ein gemeinsamer Austausch für subjektive Erfahrungen mit seelischer Gesundheit und Krisen geschaffen werden. Insbesondere der Einbezug von medialen Zugängen, spezifisch für die Altersgruppe, steht im Fokus. Die jungen Menschen werden bei der Gestaltung und Durchführung als Projektpartner, auch gegen finanzielles Entgelt, gesehen. Beim Projekt geht es darum, die Selbstwirksamkeit der jungen Erwachsenen zu stärken, gegen Stigmatisierung zu wirken und stattdessen Empowerment zu ermöglichen. Alle Kampagnen und Aktivitäten sollen trialogisch ausgerichtet sein. Dies beinhaltet, dass professionell Tätige, die verschiedenen Kooperationspartner und die jungen Erwachsenen, welche als Experten ihrer selbst gelten, auf Augenhöhe kommunizieren, um die Perspektiven und Bedarfe realitätsgenau erfassen zu können.



Unsere Therapeutische Wohngemeinschaft für junge Erwachsene (TWGjE) in der Landsberger Straße bewarb sich, nach Rücksprache mit den acht Bewohner*innen. Zusammen mit den Klient*innen wurden Aspekte gesammelt, welche besonders interessant für die Beteiligung wären: Förderung der Fähigkeiten und Fertigkeiten (insbesondere des Selbstvertrauens), Nutzung der eigenen Ressourcen der jungen Erwachsenen, Findung neuer Kooperationspartner, Beschäftigung mit Social Media, sowie die Förderung des Miteinanders und der gegenseitigen Unterstützung. Daraus ergab sich das Motto: „Uns geht es nicht immer gut, aber wir machen coole Sachen.“ Dem Aspekt Selbstbestimmung und -beteiligung wurde bei der Ideenfindung viel Aufmerksamkeit geschenkt, um die Motivation und die aktive Mitarbeit zu fördern. In mehreren TWGjE Sitzungen legten sich die Bewohner*innen auf zwei Schwerpunkte bezüglich der Ausgestaltung fest. Einerseits beinhaltet das die Herstellung eigener Textilprodukte durch die Bewohner*innen, wie Kleidung, Taschen und Handysocken mit dem Verkauf durch einen Online-Shop. Mit Unterstützung von Kooperationspartnern, auf welche die TWGjE durch den Projekteverein zurückgreifen kann, wie zum Beispiel der Zuverdienst Haidhausen mit der eigenen Boutique, können Schulungen im Nähen und Schneidern sowie das Ausleihen des Equipments genutzt werden. Andererseits bestand großes Interesse an der Auseinandersetzung mit Bild,- Video- und Tonarbeit sowie die Entwicklung eines Boxprojekts. Schließlich gewann die TWGjE aus den deutschlandweiten Bewerbungen die Fördermittel mit fünf weiteren Projektpartnern. Die Bewohner*innen entschieden sich, in Abstimmung mit dem Betreuungspersonal zunächst im Förderzeitraum 2018, das Boxprojekt zu starten. Die anderen Ideen werden in den anschließenden Jahren umgesetzt. Insgesamt dauert die Förderung des Projekts Soul Lala über fünf Jahre.

Zu Beginn des Projekts stand fest, dass richtige professionelle Anleitung benötigt wird. So recherchierten die Bewohner*innen selbstständig für ihr Boxprojekt nach passenden Kooperationspartnern. Ein Boxtrainer der Initiative „Sport Chance München“ entschied sich wollwollend das Projekt zu unterstützen und zu begleiten. Die Initiative „Sport Chance München“ arbeitet mit Trainern aus der „Box Kitchen“, ein Boxclub in der Nähe des Hauptbahnhofs, zusammen. Der Trainer hat aufgrund seiner Vorerfahrung und Ausbildung bereits mit jungen traumatisierten Menschen zusammengearbeitet und konnte so mit den jungen psychisch Erkrankten Menschen professionell umgehen. Die Boxeinheiten starteten Mitte Dezember 2017. Es wurde im Vorfeld ein zeitlicher Rahmen von drei Monaten festgelegt, mit je zwei angeleiteten therapeutischen Boxtrainingsstunden pro Monat.


 
Eine Boxtrainingsstunde gestaltete sich so, dass am Anfang und am Ende des Trainings im Stuhlkreis eine Vor- und Nachbesprechung stattfand. Nach der Vorbesprechung wärmten sich alle teilnehmenden Personen für etwa 10 Minuten gemeinsam auf. Darauf folgte eine Einführung des Boxtrainers zu einer spezifischen Grundtechnik des Boxens. Diese sollten die Klient*innen für sich alleine üben. Im nächsten Schritt verteilte man sich in 2er Teams und versuchte das Erlernte im Nahkontakt anzuwenden. Nach der sportlichen Aktivität wurde die durchgeführte Boxeinheit nachbesprochen und der weitere Ablauf abgestimmt. In den Gesprächsrunden wurden die derzeitige Stimmung, Probleme der letzten Woche, die Motivation und die Fortschritte reflektiert. Besonders das Thema Durchhaltevermögen und die aktive Mitarbeit –der Schritt zur Übernahme der Eigenverantwortung bezüglich der körperlichen Fitness und der Einfluss auf die Psyche – wurde fokussiert. Die Bewohner*innen integrierten das Boxtraining fest in ihre Wochenstruktur und erlernten ihre subjektive „Wohlfühlzone“ zu verlassen und über die fest verankerten Grenzen des sich Zutrauens zu gehen. Da der Nahkontakt für viele eine Grenzüberschreitung bedeutete, wurde sich an das Thema systematisch herangetastet und die Bewohner*innen erlernten klar und deutlich „Nein“ zu sagen. Die gesamte Umsetzungsphase wurde mit der Kamera durch Fotos und Aufnahmen begleitet. Hinzu kamen Kurzinterviews der beteiligten Bewohner*innen, worin sie ein Feedback formulierten. In den tagesstrukturierenden Maßnahmen, das sind pädagogische Maßnahmen die dreimal die Woche innerhalb der TWGjE stattfinden, wurde ein Kurzfilm aus dem Datenmaterial zusammengeschnitten.

Zusätzlich bestand von Anfang an die Möglichkeit für die Bewohner*innen, dass sie zusätzlich in der „Box Kitchen“ trainieren. Im Boxclub konnten die jungen Bewohner*innen das Erlernte weiter ausarbeiten und somit ein festes sportliches Hobby nachgehen. Selbst nach Abschluss der erarbeiteten Grundkenntnisse und in der Einrichtung durchgeführten therapeutischen Boxtrainings, besteht für die Bewohner*innen und ehemaligen Klient*innen weiterhin die Möglichkeit zu trainieren. So trifft sich mittlerweile eine etablierte Gruppe von drei Klient*innen einmal wöchentlich zum Training mit dem Boxtrainer.

Meinungen der Klient*innen zum therapeutischen Boxen:

Frau F.: „Das mir das Boxen schon sehr viel gebracht hat, weil ich mir über meine Gefühle und ihre Bedeutung mehr bewusst geworden bin.“

Herr J.: „Das Boxen hilft mir meine Wut rauzulassen, die immer wieder im Alltag sich anstaut. Ich freu mich das ich Boxen kann, es macht mir Spaß“

Frau J.: Boxen ist toll ? Beim Boxen kommt man an seine Grenzen, manchmal geht man auch darüber hinaus. Und man bekommt ein Gefühl dafür mit seiner Wut umzugehen und sich zu trauen sie raus zulassen. Mehr auf sich selbst und sein Gefühl zu hören und mehr für sich selbst einzustehen.


» zum Fachartikel: Ein mediales Sprachrohr für Jugendliche und junge Erwachsene (PDF)
Der Dachverband Gemeindepsychiatrie und sechs seiner Mitgliedsorganisationen starten das fünfjährige Inklusionsprojekt SOUL LALA für junge Menschen.
Von Peter Heuchemer







 
Über uns


Gesellschaft

Geschäftsstelle
Leitbild
Organigramme

Verein

Der Verein
Geschäftsstelle
Leitbild
Vorstand
Chronik
Beratungseinrichtungen


Sozialpsychiatrische Dienste

M-Perlach
M-West
M-Giesing
Planegg
München-Land-Süd
Berchtesgadener Land

Gerontopsychiatrische Dienste

M-Ost
M-West
Landkreis Mühldorf



Sozialpsychiatrisches Zentrum Berchtesgadener Land


Soziotherapie


Betreuungsverein


Krisendienst Psychiatrie


Selbsthilfekontaktstelle BGL

Betreutes Wohnen


Betreutes Einzelwohnen

M-Perlach
M-West
M-Giesing
Planegg
München-Land-Süd
Berchtesgadener Land

Wohnprojekte

M-Plievierpark
M-Schwansee
BGL-Tiroler Hof
TÖL-Haus Buchenwinkel

Therapeutische Wohngemeinschaften

M-Orleansstrasse
M-Oskar-Maria-Graf-Ring
M-Seeriederstrasse
M-Schmaedelstrasse
Junge Erwachsene
Starnberg
Bayerisch Gmain

Wohnprojekte für psychisch kranke Obdachlose

M-Gravelottestrasse 12, Übergangseinrichtung

M-Gravelottestrasse 14,
Betreutes Einzelwohnen


M-Haidpark,
Betreutes Einzelwohnen


Betreutes Wohnen in Familien

Betreutes Wohnen in Familien
Tagesstruktur/Arbeit


Tagesstätten

M-Pasing
M-Perlach
Starnberg
Ottobrunn
Berchtesgadener Land

Arbeit

IFD - Berufsbegleitende Dienste

Publikationen


Jahresberichte

Fachartikel / wissenschaftliche Publikationen

Vorträge und Aktionen

Infomaterial und Broschüren

Flyer der Einrichtungen



Stellenangebote


Stellenangebote


Links


Krisenhilfe

Psychiatrie

Kooperations- partner



Netzwerk psychische Gesundheit

Integrierte Versorgung